„Kann mir bitte mal jemand das Wasser reichen?!“


Matthias Sammer

Matthias S. und die Gratwanderung zwischen medialem Kalkül und hochgradiger Arroganz.

Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer? Zwar sehne ich mich auch nach dem Sommergefühl, wie Rudi Carrell es einst beschrieb, dennoch vermisse ich die Gallionsfiguren in der Bundesliga. War es nicht schön, samstags die Flimmerkiste anzuschmeißen und zu sehen, wie ein Trapattoni die Pressekonferenz des Jahrzehnts gibt und ein Stefan Effenberg aus Kampfeslust einen Tiger im Haupthaar getragen hat? Nicht zu vergessen ist die Geschichte, in der der Verrückte mit Mittelscheitel und bekennender Oberlippenbartträger einen Kokainwert dem Institut für Rechtsmedizin in Köln präsentiert, der alle aus den Socken gehauen hat. Schließlich war ein Wert in dieser Höhe noch nie zuvor gemessen worden.

Damals gab es noch viele Figuren im Fußball, die polarisierten. Meiner Meinung nach gibt es heute nur noch wenige; Robben und Großkreutz. Unsere Bundesliga ist vielmehr geschwängert von politisch korrekten Vorbildern.

Das Schöne an Geschichte ist, dass sie sich wiederholt. Matthias S. tritt allmählich in die großen Fußstapfen des Uli H. -
Beide kennen das Geschäft als Spieler und als Manager. Sie besetzen genau die Positionen beim FC Hollywood, in deren Arbeitsbeschreibung zu stehen scheint, sich auch mal mit dem ganzen Fußballvolk anzulegen. Liegt dieses „Wir allein gegen den Rest der Welt“-Gefühl in den Genen des FC Bayern, oder ist das bloß eine Fassade?

In den letzten Wochen standen an der Säbener Straße wieder allerlei Diskussionen an. -
Vom Chefchen, der keinen Platz mehr haben würde und einen wechselwilligen Kroos.
Diese lebhaften Themen gipfelten in der, von der spanischen Presse als Reaktion über den 6:1 Kantersieg der Königlichen über die Königsblauen herangezogenen, Infragestellung der Qualität des Trainers. Demnach komme der Erfolg daher, dass Pep mit den Bayern eine schwache Liga dominieren würde.

Ein zweifelsohne intelligenter Mensch wie Matthias Sammer könnte in diesen medialen Anspannungen ein Problem für die Mannschaft sehen. Selbst wenn es sie auch nur minimal beeinflussen sollte, sieht er sich im Handlungszwang. Prompt kam ein Rundumschlag für die ganze Liga. Man solle im eigenen Garten kehren und überlegen, ob man auch tagtäglich trainiere als würde es kein Morgen geben, so Sammer.

Können diese Aussagen einen taktischen Hintergrund haben? Ist die Arroganz, die Matthias Sammer an den Tag legt, weniger charakteristisch, als Teil eines medialen Kalküls? Immerhin sind alle Augen auf ihn gerichtet und die Mannschaft konnte, von diesem „Drumherum“ unbeeindruckt, 6:1 gegen den Tabellen-Fünften VFL Wolfsburg gewinnen, bevor es für sie am Dienstag gegen die Gunners aus London geht.

Infolge der medialen Fokussierung auf Matthias Sammer sind die Themen, die die Mannschaft oder einzelne Spieler zuvor betroffen haben, links liegen geblieben.

Arroganz oder mediales Kalkül
. Wie auch immer es am Ende sein mag; es macht richtig Spaß zu beobachten und die Bundesliga gewinnt dabei.

Wenn der Herr S. diese Diskussion, zwecks eigener Aussage hat kommen sehen, hat die Bundesliga einen Sportvorstand mehr, der es zu verstehen weiß, sich für den Erfolg seiner Mannschaft in die Schusslinie zu stellen. Sollte die Aussage Sammers allerdings von Arroganz angetrieben sein, wird die Bundesliga mit harter Arbeit Rechenschaft schuldig sein und auf Dauer besser werden müssen.

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Ewiges Talent, Opfer der Generation Chefchen oder . . .

Es gibt ein mediales Sorgenkind mehr. Toni Kroos gilt als ewiges Talent des deutschen Fußballs. Die von Ambivalenz geschwängerte Stimmung im deutschen Lande, im Fall Toni Kroos, könnte verehrender nicht sein, außer man führt eine gepflegte Diskussion über die Transferpolitik des neuen Fulhamtrainers Felix Magath. Tagespunkt der zerreisserischen Boulevardblätter ist die Vertragslaufzeit und die damit zusammenhängende und vielleicht auch angedichtete Wechselabsicht des bayrischen Mittelfeldspielers. Es war nur eine Frage der Zeit bis die Presse sich mit „unserem“ Jahrhunderttalent beschäftigt. Für alle U-Boot-Bundesligafans, die von diesem Thema verschont geblieben sind, wie das Tornetz nach einem Elfmeter von Sergio Ramos, hier ein paar Fakten.

Name: Toni Kross                                                 Alter: 24 Jahre

Vertrag bis: 30.06.2015                                      Verein: Bayern München

Der gerade erst 24 Jahre alt gewordene Toni Kroos ist genau genommen noch ein Talent, das Zeit zur Entwicklung braucht, bevor es den Zenit der Karriere erreicht. Dagegen sprechen sechs lange Jahre Erfahrung in der Bundesliga, worauf auch schon mal ein Raul neidisch sein könnte. Die Frage, ob Toni Kroos diese Zeit noch brauch, kann nur zwiespältig betrachtet und nur von Fußballfachmännern wie Ottmar, Pep oder vom oben genannte Quälix beantwortet werden. „Oft gelobt, aber nicht immer geliebt“ wäre wohl der Titel für Toni´s Biographie auf halbem Wege. Im Oktober wurde er als einer der Gewinner unter Peps System von der FAZ hervorgehoben, nun steht zur Diskussion, ob eben dieser Gewinner 2015 den FC Bayern München verlassen wird.

Viele Faktoren beeinflussen den Stand von Toni Kroos beim deutschen Rekordmeister. Sobald ein Spieler auf einem solch hohem Niveau angekommen ist, hat er einige Argumente ins Feuer zu werfen, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Es wird viel diskutiert über das Gehalt und darüber, ob Fußballspieler den Hals nicht voll kriegen würden. Wer mit dieser Frage an das Thema Vertragsverlängerung geht, muss vorgewarnt sein, etwas Neuerem belehrt zu werden. Ein Szenario, was widersprüchlicher nicht sein könnte, schwirrt mir bei solchen kleinkarierten Söldnervorwürfen immer wieder durch den Kopf.

Verhandlungstisch. Motzki, Dreesen, Kalle und Uli und eben ein Toni Kroos. Ein kühles blondes Alkoholfreies für den Leistungssportler. Motzki kommt mit der Ansage, Toni halten zu wollen. Toni ist grundsätzlich nicht abgeneigt und prescht mit 10 Mille in die Verhandlung. Kalle der alte Ja-sager nickt, Dreesen guckt skeptisch und Uli schreibt eine Notiz an Dreesen. „Jan-Christian, drück ihn runter. Notfalls mach ich was locker.“ Dreesen sagt „gut Toni, mit 7-8 bist du bis 2019 bei uns“. Toni allerdings denkt schon an seine Rente mit 35 und an seinen Sohn Leon, der vielleicht nicht studieren wird aber dennoch eine gesicherte Ausbildung braucht. Toni wandert beleidigt ab.

Widererwarten wird diese Verhandlung höchstwahrscheinlich anders abgelaufen sein. Ein junger Spieler der kurz davor ist, einen richtungsweisenden Vertrag zu unterschrieben, wird sich weiterführende Gedanken machen, was ihm wichtig ist. Eine hohe Besoldung steht im Fußball für Anerkennung und Stellung im Verein. Daher kann ein Toni Kroos, langfristig mit dem Gedanken spielen auf eine Stufe mit Lahm und Schweinsteiger, aber mindestens mit Müller gestellt zu werden. Dieser Faktor scheint nicht unerheblich zu sein.

Wichtig im Vertragspoker wird bei einer qualitativ so breit aufgestellten Mannschaft die Spielzeit sein. Im Hinterkopf hängt so manchem noch die Klausel eines Thiago Alcantaras, welche den Wechsel zum FC Bayern erst „erschwinglich“ gemacht hat. Da es beim FC Bayern aber keine Ausstiegsklauseln geben soll, wird hier möglicherweise auch ein Knackpunkt in den Verhandlungen auftreten. Der FC Bayern will immer alles in der Hand haben und nicht durch Ausstiegsklauseln in Zugzwang kommen. Dies gestaltet sich immer schwieriger, da sich fast jeder Spieler die Option eines Wechsels offen halten möchte, solange jemand dafür genug Geld auf den Tisch legt. Dennoch haben die Münchener eine gute Verhandlungsposition und können sich auf Grund von eigener Qualität den Wegfall einer Ausstiegsklausel leisten.

Gerade diese Spielzeit können Toni andere Klubs garantieren, da auf dieser Position meist kein zweiter Weltklassespieler vorhanden ist. Hinzu kommt ein weit aus höheres Gehalt von einem Scheichklub. Da die Wirtschaftlichkeit bei einem Sold von 16 Millionen (Man United) durchaus fraglich ist, werden die Roten aus dem Süden nicht mitziehen. Wie sehr einen Spieler das reizt, ist die Frage. Der Klub ist atemberaubend. Im Hinblick auf internationale Titel in kommender Zeit momentan aber einfach zu schwach. Dennoch ist für die Zukunft ein Projekt wie bei Manchester United nicht uninteressant.

Darüber hinaus ist auch der zeitliche Abgang des jungen Deutschen fraglich. Im Sommer wäre ein Transfer in Höhe von 35-40 Millionen durchaus machbar. Da die Bayern finanziell nicht unter Druck stehen, wäre ein Verbleib bis zum Vertragsende 2015 denkbar. Somit könnte auch der Markt besser analysiert werden und jungen Spielern, wie z.B. Julian Draxler, Zeit zur Entwicklung gegeben werden.

Wie ihr seht, ist die Geschichte offen wie das Scheunentor des HSV in dieser Saison. Mein Tipp: Kroos verlängert im Sommer bis 2019 in der Hoffnung, irgendwann den Bastian zu ersetzen. Und Draxler kommt trotzdem!

Eintracht Braunschweig – Zwischen S. Oliver und Treibsand

Torsten Lieberknecht, Trainer von Eintracht Braunschweig, gehört zur Riege der jungen, akribischen, authentischen und daher erfolgreichen Bundesligacoaches. Der Trainergeneration um Thomas Tuchel, Markus Weinzierl, Markus Gisdol & Co.
Meist haben diese Trainer aber ein, über die direkte Arbeitsweise hinausführendes, weiteres Qualitätsmerkmal: sie wissen ganz genau, was Ihren Mannschaften zuzutrauen ist und welche Zielformulierungen völlig utopisch sind.
Während sich also Trainerteam und Mannschaft Eintracht Braunschweigs im spanischen Trainingslager befinden, lässt sich Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt im NDR dazu hinreißen, die in der Öffentlichkeit bisher so lückenlos funktionierende Medienarbeit des Clubs aus Niedersachsen in persona: Torsten Lieberknecht zu unterwandern.
In dem am 10.01.14 erschienenen Interview ist die Rede von
1) der Annahme, dass Eintracht Braunschweig grundsätzlich ein Bundesligist ist,
2) dem Muss, dass die Entwicklung Eintracht Braunschweigs noch schneller voranzugehen hat,
3) der Aufgabe Eintracht Braunschweig in den nächsten Jahren zu einem etablierten Bundesligisten formen zu wollen,
4) dem Verständnis, dass der BTSV eine bundesweite Marke sei und
4.1) daher auch die meisten Menschen Fußballdeutschlands Eintracht Braunschweig als dauerhaften Bundesligisten sähen.
5) den wichtigen Impulsen, die Eintracht Braunschweig in der Vergangenheit dem deutschen Fußball gegeben hätte („Gründungsmitglied des DFB im Jahr 1900 und der Bundesliga 1963, deutscher Meister 1967, das erste Trikotsponsoring und nun die furiose Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs“)
6) dem letztendlich so ein klitzekleines Bisschen steinigen Weg, den es bis dahin noch zu beschreiten gilt.

Teilweise mögen das legitime Wunschvorstellungen und schöne Erinnerungen sein. Dennoch, wie ich finde, zu diesem Zeitpunkt völlig verklärend, naiv und unangebracht.

Zu 1) Was ist im Jahr 2014 überhaupt noch ein „grundsätzlicher Bundesligist“? Okay, Bayern, Dortmund, vielleicht Gladbach dank Ihres lang- bzw. kurzfristig-nachhaltigen Wirtschaftens. Aber sonst? Die Vereine der „deutschen Oligarchen“ (Wolfsbug, Leverkusen, Hoffenheim) hampeln in den letzten Jahern unkontinuierlich zwischen Mittelfeld und Europa rum. Underdogs wie Augsbug beißen sich im Mittelfeld der Liga fest. Die sog. „Traditionsvereine“ (HSV,  Köln, Bremen, K’Lautern usw.) werden „Additionsvereine“; kämpfen eher ungewollt als gewollt gegen Abstieg, für Wiederaufstieg, um Existenz und addieren solange die Punkteausbeute, bis sie meinen, genug für eines der genannten Ziele zusammengemausert zu haben. Sind dazu jedes Jahr auf’s neue überrascht, dass sie am Ziel: Champions-League-Qualifikation vorbeischrabbeln. Schade um sie! Zuguterletzt stehen dann die mit dem geringen Etat da, die von vornherein wissen, dass sie eine absolut schwierige Saison vor sich haben (Freiburg, Nürnberg usw.) … Und dann kommt da der Fatzke, der bei Weitem kein Watzke ist, von Eintracht Braunschweig mit der Behauptung um die Ecke, Braunschweig sei grundsätzlich ein Bundesligist. Dabei scheint er total vergessen zu haben, dass der Aufstieg zur Saison 12/13 an eine ganz große Sensation grenzte. Auch diese Zahl macht das deutlich: 19 Siege – 12x knapp, mit nur einem Tor Unterschied!

zu 2)  Soviel Steigerungspotenzial sehe ich da betrefflich der Entwicklungs-Geschwindigkeit nicht mehr. Vom Nicht-Abstieg in Liga 4 in der Saison 07/08 bis zum Aufstieg in die Bundesliga 12/13 in gerade einmal 5 Jahren. Mit größten Teilen desselben Kaders und wenig Geld. Das ist schon fix!

zu 3) Sich dieses Ziel zu setzen, finde ich vollkommen okay. Für großen Erfolg, braucht’s große Ziele. Dabei wünsche ich mir dann aber doch, den Weg dahin nicht zu unterschätzen. Der Weg in die Bundesliga war quasi wie im Schnellzug. Sich als Eintracht Braunschweig in der Bundesliga zu halten ist ein Weg auf Treibsand, bei der jede falsche Bewegung, sei sie organisatorischer, finanzieller oder sportlicher Natur, bitterböse enden kann. Sollte dann doch mal ein Fehler passieren, gilt es Ruhe zu bewahren. Andernfalls sinkt man immer tiefer ein, in den Treibsand von Liga 1.

zu 4) Das Kernige, das, was den BTSV ausmacht, waren, sind und werden immer die Fans sein. Die gilt es auf dem schwierigen Wege mitzunehmen. Sie machen Eintracht Braunschweig zur Marke und sorgten bereits in der Hinrunde, durch ihre antreibenden Gesänge, für deutschlandweite Gänsehautstimmung. Das weiß nicht nur Jürgen Klopp, den der Aufstieg der Eintracht aus Braunschweig erfreut hat und ihn wie folgt kommentierte „Das ist eine fußballverrückte Ecke da oben. An diesem Verein werden wir mit Sicherheit viel Spaß haben“, sondern natürlich auch Torsten Lieberknecht. Nicht umsonst erwähnte er die zu drohen kippende Stimmung nach der schwachen Leistung in Augsburg am 16. Spieltag (4:1).

zu 5) Mannschaften wie der HSV und Schalke.04 sind beste Beispiele dafür, dass der Blick in die Vergangenheit einen nicht zum erhofften Erfolg führt, eher einschränkt und als schwerer Rucksack am gesamten Verein hängt.

Alles in allem sollte der Verein natürlich weiter Ruhe bewahren und sich mit Aussagen, wie nun die von S. Oliver Voigt zurückhalten. Dadurch bekäme das sympathische Image des Fußballvereins aus Braunschweig meiner Ansicht nach Risse, die nicht hätten sein müssen und ist dem Verein gleichzeitig nicht angemessen.

Bis dahin!

Ps: was ist grün und stinkt nach Wurst?…

… ‚N Hunni von Uli Hoeneß!

Dortmund – St. Petersburg

Von alternden Stars, Youngstars mit Identitätskrise und italienischen Exportschlagern

 „Es ist eine Zumutung, hier auf dem vorsibirischen Kartoffelacker ein Championsleague Achtelfinale austragen zu lassen. Wirklich geholfen hat es auch nicht, dass wir von euch Journalisten als klarer Sieger schon im Vorfeld bestimmt worden, das hat mit objektiver Berichterstattung nichts mehr zu tun-einen scheiß Job habt ihr!“ ODER „ Das, was die Jungs hier heute unter diesen Umständen geleistet haben ist einfach Weltklasse, bei widrigen Bedingungen und trotz der Zeitumstellung so eine Leistung zu bringen, gegen diese Weltauswahl trotz all der Verletzten im Team. Das ist wirklich selten.“

Eine dieser beiden Aussagen Jürgen Klopps wird uns am 25. Februar gegen 21 Uhr deutscher Zeit von der Presse präsentiert werden, abhängig natürlich vom Ergebnis des Spiels gegen Zenit St. Petersburg. St. Petersburg. Ein russischer Verein im Achtelfinale der Championsleague? Ein dankbares Los für den Vorjahresfinalisten? Nein, nicht dankbar! Vermutlich der leichteste der Gegner für die vier(!) deutschen Teams in der Runde der letzten 16, aber nicht dankbar. Lange Reisen, gruseliges Wetter und ein unberechenbares Team! Wer meint, diese Mannschaft sollte man nicht überschätzen, möge beim Dortmunder Konkurrenten aus München den Namen Zenit fallen lassen.

Als der FC Bayern 2008 die Bundesliga mit Luca Toni und Franck Ribery dominierte, verloren sie ein Uefa-Cup Halbfinale mit 0:4; gegen genau diesen Verein.  Gerechnet hat damit auch niemand. Klar, Schnee von gestern, aber in diesem Geschäft ist auch ein 4:1 gegen Real Madrid Schnee von gestern.

Dennoch ist klar, dass Dortmund allein auf Grund der eigenen Ansprüche nicht gegen dieses Team ausscheiden darf. Außerdem wäre es kein gutes Zeichen für den modernen, ansehnlichen europäischen Spitzenfußball. Schließlich treffen in dieser Partie auch zwei Systeme aufeinander: Während Dortmund weiterhin versucht,  mit jungen, noch nicht ausgereiften Spielern schnell und direkt zu spielen, rührt Petersburgs italienischer Trainer Luciano Spaletti mit viel Geld kräftig Zement an und versucht, mit der halbitalienischen Abwehr dem Vereinsnahmen Zenit alle Ehre zu machen. Hoffen wir, dass der Catenaccio nicht noch zum Exportschlager in andere europäische Ligen wird. Dazu versammelt Spaletti vom Gaskonzern finanzierten Superstars wie Hulk, Danny oder Axel Witsel um alternde Namen wie Tymoshchuk und Arshavin. Ob man das ein Konzept nennen möchte, sei jedem selbst überlassen; es reicht jedenfalls zur geteilten Tabellenführung in Russland und zum Erreichen des Achtelfinals im weltweit renommiertesten Turnier für Vereinsfußball. Außerdem kann der langjährige Coach vom AS Rom stolz auf einen Punkteschnitt von über zwei blicken, auch wenn dessen Aussagekraft in der russischen Liga mehr als fragwürdig ist.

Ein kurzes Wort sei mir noch zum BVB gestattet: Momentan humpelt der deutsche Vizemeister wortwörtlich der Winterpause entgegen. Sie spielen zwar gewohnt kombinationsstark, lassen allerdings eine gewisse Zielstrebigkeit und Sicherheit im Defensivverhalten und Spielaufbau vermissen. Geschuldet ist dies mit Sicherheit der Verletztenmisere, auch wenn sie die momentan brutal schlechte Punkteausbeute in der Bundesliga nicht komplett entschuldigt.

Jedoch werden Hummels und Gündogan im Januar zurück erwartet. Auch mit Bender ist bis Ende Februar wieder zu rechnen. Das schmerzlich vermisste Selbstbewusstsein ist nach der momentanen Identitätskrise bis Januar hoffentlich auch wieder fit. Schließlich kommt die Borussia eingespielt und durch die Winterpause dennoch erholt nach Moskau. Ganz im Gegensatz zum russischen Gegner, der von nun an kein Pflichtspiel mehr bis zum 25. Februar hat. Somit spielt, abgesehen vom russischen Winter, alles in die Karten von Dortmund und wir können uns alle Hoffnungen machen, dass Jürgen Klopp nach dem Spiel nur noch den Journalisten, Schiedsrichtern und UEFA-Funktionären zu ihrer guten Arbeit gratuliert und gelassen den Flieger in Richtung Westen besteigt. Denn der nominell starke Kader der Russen sollte dem nominell noch stärkeren Kader der Dortmunder nicht wieder in etwaige Dramasituationen wie gegen Marseille, Malaga, Madrid,… bringen. Aussagekraft genug sollte auch haben, dass Zenit sich am letzten Spieltag von der Austria aus Wien hat mustergültig abschießen lassen. Also Dortmund: Packt’s an, wir sehen uns im Viertelfinale!

Schalke 04 – Real Madrid

Nun ja Königsblau gegen die Königlichen. Vom Papier her eine klare Sache, doch die Spiele sind noch nicht gespielt(wenn ich mal in den Doppelpass komme, zahle ich hierfür sehr gerne;)) das Los ist natürlich ein Traum für,jeden Fan und auch für den Verein, um sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Real hat in der Gruppenphase einen sehr souveränen Eindruck gemacht, trotz der schweren Gruppe. Doch in der spanischen Liga hinken sie ein bisschen hinterher, weiß man auch noch nicht den Abgang Öszils richtig einzuschätzen.
Schalkes weg war deutlich steiniger und längst nicht so souverän, doch jetzt ist die Manschaft gefordert und kann sich als gute beweisen, jedoch sehe ich keine Chance für Schalke.

FC Bayern – Arsenal London

Die Bayern treffen auf Arsenal. Mal wieder. Der stärkste Gegner auf den die Truppe von Pep Guardiola hätte treffen können. Wirklich unzufrieden bin ich angesichts dieses Loses nicht. Die Fußball Welt kann sich auf ein Spektakel gefasst machen. Zwei spielstarke Mannschaften mit wunderbaren Individualisten in ihren Reihen, duellieren sich auf dem höchst möglichen Niveau. Als Bayernsupporter hätte man sich durchaus gnädigere Losgegner wünschen können. Dennoch freut es einen Fan doch, wenn sein Team die Möglichkeit hat, sich gegen die großen Clubs der Welt durchzusetzen. Die Liebe zum Fußball sollte uns mit Vorfreude auf dieses Achtelfinale erfüllen. Wenn man im Sommer den Henkelpott hochheben will, muss man zu jeder Zeit auch jeden schlagen können.

Leverkusen – PSG

Vielleicht ein bisschen die Unbekannte dieser Saison es schein viel möglich. Wenn man sich die Bilanz der Pariser anschaut, ist diese wirklich überragend, aber es muss hier ganz klar gesagt werden, dass die Gegner, sowohl in der Cl als auch in der Französischen Liga kein Gradmesser sind.
Die Manschaft ist vorne überragend besetzt, jedoch kann sie meiner Meinung nach nach hinten nicht im Ansatz diesem Niveau folgen, mit Ausnahme von Thiago Silver.
Wenn Leverkusen es schafft die Leistungen in der Cl, der in der Bundesliga anzupassen, sehe ich durchaus eine realistische Chance, ins Viertelfinale einzuziehen.

Bayern München – Arsenal London

Die Partie des aktuell Tabellenersten der Premier League gegen den Tabellenersten der Bundesliga. Mehr geht eigentlich aktuell nicht, auch wenn Arsenal in den letzten Spielen nicht mehr den starken Eindruck macht, wie noch zu Saisonbeginn. Jedoch ist die Manschaft das erste mal komplett über einen Sommer zusammengeblieben und der Transfer von Mesut Özil scheint die Manschaft in andere Dimensionen gehoben zu haben. Das Umfeld als auch die Manschaft scheint seit dem ein ganz anderes Selbstvertrauen zu haben.
Zu den Bayern muss man nicht viel sagen, einfach nur überragend! Doch ich glaube die Niederlage Arsenals vor einen Jahr ist noch im Gedächtnis und die Spieler aus London brennen auf eine Revanche und ich glaube sie werden es auch schaffen, nicht ohne Grund konnte noch kein Team in der cl den Titel verteidigen. Ich freue mich auf zwei spannende Spiele!

Leverkusen – Paris SG

Für Leverkusen ist es das Wunschlos. Für viele schwer verständlich, für Experten nachvollziehbar. Der ewig zweite trifft auf den wohl besten Klub Frankreichs. Ungleiche Verhältnisse? Keines Wegs! Leverkusen spielt eine überragende Saison und steht nur knapp hinter den besten Bayern aller Zeiten. Eine tolle Mannschaft die sich International noch etwas schwer tut. Man darf aber nicht vergessen, dass die Werkself eine enorme Qualität hat und durch ihren Trainer defensiv eine Bank sind. Sie wird es dem Starensemble um Ibrakadabra so schwer wie möglich machen. Ein weiterkommen ist nicht unwahrscheinlich, wenn die Defensive steht.