Wenn bei Jogi Löw die Uhr tickt und folglich der Hahn kräht

andre hahn

Mit der Kadernominierung von André Hahn für das anstehende Länderspiel, gegen Chile, hat Joachim Löw für viel Aufsehen gesorgt. So richtig hatte den keiner auf dem Zettel. Wenn man sich die Stellungnahmen renomierter deutscher Sportzeitschriften der letzten Tage bzgl. Jogis Nominierungen so durchgelesen hat, fiel auf, dass dem ‚Überraschungseffekt‘ ganz schnell die These gefolgt ist, dass Stürmer-Bulle Lasogga, Kämpfernatur Hahn, Abwehrturm Ginter und Shkrodan Mustafi doch vorallem deshalb ausgewählt worden seien, um den Etablierten ein bisschen Feuer unter’m Hintern zu machen und gleichzeitig eben diesen jungen Kickern eine Perspektive zu eröffnen. Doch liegen die Kernfragen nicht tiefer? –

Für welche der angesprochenen Seiten hat diese Nominierung einen langfristigen, für welche einen kurzfristigen Effekt? Wie wichtig ist eine Augsburg’sche Power-Kampf-Mentalität in der deutschen Nationalelf, genauer: im Mittelfeld, das doch sonst von der sicheren Ballführung à la Schweinsteiger und der Leichtfüßigkeit eines Özils bestimmt ist?! Und könnte der Seitenlinien-Windhund André Hahn vielleicht ein letzter Baustein dafür sein, Deutschland endlich wieder einen Titel zu bescheren, oder sollte man bei dieser Testspielnominierung, 3 Monate vor dem großen Turnier, angesichts der guten EMs und WMs der letzten Jahre, eher Angst haben, dass die Etablierten körperlich und mental nicht rechtzeitig bei 100% sein könnten? Denn ist es nicht zuletzt auch eine Art Forcierung von ‚Plan B‘, falls die Dauerpatienten Klose, Gündogan, Gomez, Hummels & Co. ihre Form nicht wiederfinden?
Schließlich ist mir neu, dass Joachim Löw seine Schützlinge für ein anstehendes, großes Turnier aufwecken muss.

löw kader

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